Die wichtigsten Nachrichten der Woche aus der Sonntagsblatt-Redaktion

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Sonntag, 5. Oktober 2025

Liebe Leser:innen,


Da stehen sie also wieder: die Kürbisse auf dem Altar. Daneben ein paar Äpfel. Vielleicht sogar Brotlaibe. Und ein Korb mit Trauben. So sieht Erntedank aus: Bilderbuchidylle, fast schon ein bisschen Instagram-tauglich. Würde man das Foto ohne Kontext posten, käme garantiert der Kommentar: "Nice!"

Doch hinter dieser dekorativen Idylle lauert die Wirklichkeit. Die Kürbisse aus der Kirche gibt es auch im Discounter. Dort allerdings nicht frei und orange leuchtend, sondern schön verpackt. Die Äpfel liegen in Fünferpacks, manchmal stammen sie aus Chile oder Neuseeland, und die Trauben stecken in Schälchen, die hunderte Jahre länger haltbar sind als die Früchte selbst. Willkommen im Jahr 2025: Erntedank zwischen Bio-Idylle und Plastikverpackung.

Genau deshalb lohnt es sich, innezuhalten. Der Satz "Alles, was wir haben, kommt von Gott" mag in der Kirche fromm und schön klingen, zwischen Einkaufswagen und Kühlregal jedoch wirkt er ziemlich unbequem. Eigentlich müsste man nämlich sagen: "Alles, was wir haben, nehmen wir selbstverständlich in Anspruch, und das meiste davon schmeißen wir am Ende weg."

Statistiken belegen: Jährlich landen in Deutschland fast zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Zwölf Millionen! Aber vielleicht geht es beim Erntedank gar nicht darum, uns ein schlechtes Gewissen einzureden. Vielleicht ist es ein Fest, das uns daran erinnert, dass Dankbarkeit kein Relikt vergangener Zeiten ist, sondern ein Lebensgefühl.

Wer dankbar ist, sieht sein Leben anders. Er erkennt, dass nichts selbstverständlich ist. Und manchmal wird Dankbarkeit sichtbar, wie beim Traktorgottesdienst in Thiersheim. Da tuckern die Landwirte mit ihren Schleppern auf den Autohof. Hier gibt es kein romantisches Idyll, sondern knatternde Motoren, verschmutzte Reifen und echte Arbeitsspuren zu sehen.

Denn am Ende ist es wie mit den Kürbissen auf dem Altar: Man kann sie als schöne Dekoration betrachten. Oder man nimmt sie mit nach Hause, sagt Danke, kocht eine Suppe und lädt die Nachbarn ein

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Sonntag,

Redakteur
Micha Götz


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Hinweis

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Sie richtet sich vor allem an junge Erwachsene und digital-affine Menschen und behandelt Themen wie nachhaltiges Einkaufen, Mobilität und Klimagerechtigkeit.

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Hintergrundinformationen und weiterführende Projekte aus den Landeskirchen stehen auf der Kampagnenwebsite bereit.

Medientipp von Social-Media-Redakteurin Stefanie Hollweck

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