Die wichtigsten Nachrichten der Woche aus der Sonntagsblatt-RedaktionWird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klickt bitte hier.
Sonntag, 12. Oktober 2025
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Liebe Leser:innen,
die Welt verändert sich in diesen Tagen – und das in einem Tempo, das sprachlos macht. Die Ereignisse dieser Woche haben eine Tragweite, deren Dimensionen wir vermutlich erst allmählich zu erfassen beginnen.
Im Nahen Osten zeichnet sich etwas ab, das vor wenigen Wochen noch undenkbar schien: die Aussicht auf Frieden, oder zumindest auf Verständigung. Gerade erst jährte sich zum zweiten Mal der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Was hat die Friedensverhandlungen plötzlich möglich gemacht? Ich merke, dass ich einen Moment brauche, um zu begreifen und einzuordnen, was dort gerade geschieht – und was es in mir auslöst. Parallel überschlagen sich die Spekulationen über eine mögliche Verleihung des Friedensnobelpreises an Donald Trump, bei höchstem Erregungsniveau. Der selbsternannte Rekordhalter in Sachen Friedensvermittlung nobilitiert sich doch ohnehin längst selbst. Sollten wir unsere Aufmerksamkeit deshalb nicht den Menschen schenken, um die es wirklich geht – jenen, deren Leben sich gerade grundlegend verändert?
Während in Israel und Gaza in Echtzeit ganz offenbar Bewegendes, ja Hoffnungsvolles geschieht, "verwurstelt" sich Europa auf bemerkenswerte Weise in semantischen Spitzfindigkeiten, bei denen man sich fragt: wirklich jetzt? Ein Verbot von Bezeichnungen wie "Veggie-Wurst", damit Verbraucher:innen nicht länger der Illusion erliegen, in ihrer Tofu-Scheibe könnte Schwein stecken? Die CDU applaudiert. Verbraucherverbände schütteln den Kopf, der Rest des Landes amüsiert sich. So auch die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang auf X: "Solange die Union 'christlich' im Namen tragen darf, wird man auch Veggie-Wurst überleben." Dem ist wenig hinzuzufügen.
Zwischen Friedensverhandlungen und Veggie-Wurst-Verboten sehne ich mich zwischendurch nach etwas anderem: nach Geschichten, die im Kleinen passieren, die berühren, nicht erschöpfen. Unsere Praktikantin Samantha Isenmann hat den neu verfilmten Roman "22 Bahnen" gesehen und war beeindruckt. Ihrer Empfehlung werde ich folgen und ihn mir anschauen. Herbstzeit ist schließlich auch Für-sich-sorgen-Zeit. Film, Kuschelsocken, Chai-Tee – eine Flucht aus dem Wurstsalat der hiesigen Politik, die man sich gelegentlich gönnen sollte.
Einen Sonntag voller kleiner Momente wünsche ich euch.
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Zwei Jahre Hamas-Angriff auf Israel: Warum Staatsräson keine Kriegspolitik schützen darf
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Zwei Jahre nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 dauert der Gaza-Krieg an. Bis heute: Massive Opferzahlen, verschollene Geiseln. Wenn Leid gegeneinander abgewogen wird, zeigt sich: Staatsräson muss Menschen schützen, nicht Politiker – kommentiert Eva-Katharina Kingreen.
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Aufrüstung, Wehrpflicht, Krieg: Warum Deutschland keine Angstkampagne braucht
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Aufrüstung und Wehrpflicht dominieren die Debatte – doch Angst darf nicht die Politik bestimmen. Nur wer Frieden ernst nimmt, schützt die Gesellschaft – Kommentiert Micha Götz.
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CDU unterstützt EU-Verbot von Bezeichnungen pflanzlicher Fleischalternativen – zugunsten der Fleischlobby
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Das EU-Parlament will Begriffe wie "Schnitzel" oder "Wurst" für pflanzliche Alternativen verbieten – mit Unterstützung der CDU. Ein klarer Lobby-Erfolg der Fleischindustrie statt Verbraucherschutz – kommentiert Stefanie Hollweck.
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TikTok-Hype Manifestieren: Warum Selbstermächtigung dem christlichen Menschenbild widerspricht
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Manifestieren liegt im Trend: TikTok, Affirmationen und Vision-Boards versprechen Kontrolle. Doch wie verhält sich diese Form der Selbstermächtigung zum christlichen Menschenbild?
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"22 Bahnen" – Filmkritik zu einem bittersüßen Sommerdrama mit Luna Wedler
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Abends im Freibad schwimmt Tilda 22 Bahnen gegen Alltag und Sorgen. Zwischen Schwesterliebe, Studium und Liebe muss sie entscheiden: Bleibt sie im bekannten Hafen oder wagt sie den Schritt ins eigene Glück? Eine Rezension von Samantha Isenmann.
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Warum Taylor Swift so viel Hass erfährt – und wie viel Frauenfeindlichkeit wirklich dahintersteckt
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Taylor Swift steht erneut im Fokus – durch ihre Verlobung und das neue Album "The Life of a Showgirl". Während ihre Anhänger:innen begeistert reagieren, erfährt die Musikerin gleichzeitig viel Kritik. Ein großer Teil des Widerstands ist tief in frauenfeindlichen Mustern verwurzelt, kommentiert Stefanie Hollweck.
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Männer, die sich selbst Feministen nennen – und warum Sophie Passmann skeptisch bleibt
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Männer, die sich selbst als Feministen bezeichnen? Für Sophie Passmann oft eine "red flag": Ein Warnsignal für Selbstinszenierung statt echtem Engagement. Was echte Männer-Feministen ausmacht und warum Labels nicht alles sind, kommentiert Oliver Marquart.
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Digital wählen – mehr Teilhabe für alle? Warum es in Deutschland (noch) nicht geht
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Estland zeigt, wie digitale Wahlen funktionieren. In Deutschland ist das undenkbar – noch. Warum die digitale Wahl hierzulande scheitert – und was es bräuchte, um das zu ändern.
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Aus altem Jugendheim wird neuer Treffpunkt: Ein Ort für alle Generationen
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Ein steiler Pfad führt ins Dobertal, wo die Effeltermühle zwischen Wald und Wiesen liegt. Das alte Jugendheim erwacht zu neuem Leben: Mit Renovierung, Gemeinschaftsprojekt und Platz für Jugendgruppen, Workshops und kulturelle Veranstaltungen.
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Auschwitz-Überlebende Eva Szepesi erstmals in Dachau: Zeitzeugengespräch und Buchpremiere
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Eva Szepesi, 93, überlebte als jüdisches Mädchen das Konzentrationslager Auschwitz. Am 6. Oktober berichtet sie in Dachau über ihr Leben und stellt ein Bilderbuch für Jugendliche ab 12 Jahren vor – ein Beitrag, der historische Erfahrungen für junge Menschen greifbar macht.
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Internationales Forschungsprojekt: Wer kennt "Radio Voice of Gospel"?
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Wer hat für den internationalen Sender "Radio Voice of Gospel" gearbeitet? Die Historikerin Kirsten Rüther ist auf der Suche nach Zeitzeugen - und hat das Münchner Martin-Lagois-Archiv besucht, denn dort finden sich Bilder und Dokumente zum Thema.
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Ein Taschentuch zur rechten Zeit
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Zur rechten Zeit am rechten Ort: Vikar Johannes Göpffarth erzählt, wie vergessene Taschentücher in der Talartasche zu einem unerwarteten Moment des Trosts wurden.
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Wer ist Sarah Mullally? Erste Frau an der Spitze der Kirche von England
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Die anglikanische Bischöfin Sarah Mullally ist zur Erzbischöfin von Canterbury ernannt worden - und damit die erste Frau an der Spitze der Kirche von England. Wer ist diese Frau? Ein Porträt.
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ESG-Studierende zwischen Glaube, Wissenschaft & Gesellschaft
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Vier Tage voller Diskussionen, Workshops und Begegnungen: Bei der Bundes-ESG in Bayreuth trafen Studierende, Theologie und Naturwissenschaft aufeinander, um Glaube, KI, Raumfahrt und gesellschaftliche Verantwortung zu verbinden – und zeigten, dass Kirche und Wissenschaft keine Gegensätze sein müssen.
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35 Jahre Wiedervereinigung: Christinnen und Christen feiern "grenzenlos" am Ummerstädter Kreuz
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Zwischen Ost und West entsteht Einheit: Am Ummerstädter Kreuz, wo einst die innerdeutsche Grenze verlief, feierten hunderte Menschen am Tag der Deutschen Einheit einen bewegenden Gottesdienst unter freiem Himmel.
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Predigt über Rahab – die Frau, die Gottes Plan überraschend veränderte
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Manchmal sind es nicht die Großen und Starken, die Geschichte schreiben – sondern die, die am Rand stehen. Menschen, die niemand erwartet, und die doch alles verändern.
Rahab war so eine Frau. Eine Fremde, eine Außenseiterin – eine, die durch die Hoffnung einen neuen Anfang findet. In ihrer Geschichte geht es um Mut, Vertrauen und den Blick über die eigenen Grenzen hinaus – und darum, wie Glauben manchmal dort wächst, wo wir ihn am wenigsten vermuten.
Pfarrer Tobias Wittenberg erzählt in seiner Predigt, wie Rahabs Geschichte uns zeigt, dass Mut entstehen kann, wenn Vertrauen stärker ist als Angst. Und wie Gottes Geschichte immer wieder neu beginnt – mit Menschen, die sich trauen, Türen zu öffnen.
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Martin-Lagois-Preisverleihung und Ausstellungseröffnung "Was macht uns reich*arm?"
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Am 29. Oktober 2025 um 16 Uhr wird in Halle 7A auf der Fachmesse ConSozial in Nürnberg der Martin-Lagois-Preis verliehen. Vergeben werden unter anderem ein Fotopreis, ein Jugendpreis und ein Stipendium. Die Laudationen halten Regionalbischof Thomas Prieto Peral und Professor Oliver Kussinger.
Zugleich wird die Ausstellung „Was macht uns reich*arm?“ eröffnet. Sie zeigt auf großformatigen Fotoprojekten sechs zentrale Armutsrisiken – Politik, Arbeit, Obdach, Geschlecht, Alter und Glück – und ergänzt die Ausstellung digital mit Reportagen, Interviews und Videos über soziale Ungleichheit in Deutschland.
Die Wanderausstellung können für Bildungseinrichtungen, Vereine oder Unternehmen ausgeliehen werden.
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Medientipp von Social-Media-Redakteurin Stefanie Hollweck
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"Pink October" 2025: Brustkrebs früh erkennen und richtig vorsorgen
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Vielleicht seid ihr seit Anfang des Monats auf Social Media schon über pinke Fassaden oder rosa Schleifen gestolpert. Diese stehen für den Brustkrebs-Awareness-Month, eine Aktion, die weltweit als "Pink October" läuft.
Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs – doch Früherkennung kann Leben retten.
Welche Untersuchungen wichtig sind, welche Risikofaktoren du beeinflussen kannst und wie Solidarität Hoffnung schenkt, erfährst du meinem neuen Medientipp der Woche.
Medientipp lesen
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Berichte, Reportagen und Interviews weltweit zu Religion, Gesellschaft und Politik.
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Abwesenheit von Krieg, Einsatz für Gerechtigkeit – alles zum Frieden.
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Trockene Böden, Sommerhitze und milde Winter – alles zum Klimaschutz.
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Herausgeber: Dr. Roland Gertz Verantwortlich: Chefredakteurin Dr. Rieke C. Harmsen Redaktion: Celine Edinger, Micha Götz, Stefanie Hollweck, Eva-Katharina Kingreen, Larissa Launhardt, Oliver Marquart Redaktionsassistenz: Claudia Schreck Verantwortlicher i. S. v. § 55 Abs. 2 RStV: Dr. Roland Gertz
Evangelischer Presseverband für Bayern e.V., Birkerstraße 22, 80636 München, DeutschlandTel. 089 / 12172 - 153, redaktion@sonntagsblatt.deRegister: VR-Register 4259Steuer ID: DE 129 52 23 18 |
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