Liebe Leser:innen,
als Kind war der Herbst für mich vor allem eine Zeit der Vorfreude. Kaum wurden die Tage kürzer und die Blätter bunter, begann ich schon, an Weihnachten zu denken. Heute sehe ich das nüchterner, die Zeit vergeht ja auch immer schneller. Deshalb möchte ich mir ein Stück kindlicher Begeisterung bewahren: für die Farben des goldenen Oktobers, das milde Licht am Nachmittag und die Gemütlichkeit, die einkehrt, wenn es draußen langsam kühler wird.
Der Herbst ist auch eine gute Zeit, um genauer hinzusehen. Auch auf Menschen, deren Überzeugungen und Entscheidungen unsere Gesellschaft prägen. In dieser Ausgabe von #sonntags schreibe ich über drei Frauen, die auf ganz unterschiedliche Weise mit Religion und Politik verbunden sind.
Bärbel Bas bekennt sich zu keiner Konfession, würdigt aber die gesellschaftliche Rolle der Kirchen. Nach ihrem Rücktritt als Arbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende schaue ich darauf, was über ihre religiöse Prägung bekannt ist und wie sie christliche Werte und demokratisches Denken zusammenbringt.
Katie Zacharia, die neue Sprecherin des Weißen Hauses, versteht ihre Geburt als Wunder und engagiert sich gegen Abtreibungen. Ich frage, welche Bedeutung ihr christlicher Glaube für ihre politische Arbeit in der Trump-Regierung hat.
Und Katharina von Schnurbein soll künftig den Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland koordinieren. Ihre bisherige Arbeit auf europäischer Ebene ist umstritten: Kritiker:innen werfen ihr vor, Antisemitismusbekämpfung und die Verteidigung Israels zu eng verknüpft zu haben. Ich prüfe, was an dem Vorwurf dran ist.
Ich wünsche euch eine anregende Lektüre und ein paar schöne Oktobertage |